Catherine Dettmer, Kindheits- und theaterpädagogin beim BKT

Sven Nordqvist hat ganz sicherlich seine schwedische Heimat mit ihrer weitläufigen Natur vor Augen gehabt, wo wenige Menschen auf großer Fläche leben, als er seine Figuren entwickelt hat. Pettersson hat seinen Hof und seine Hühner, aber wenig menschlichen Kontakt. Seine Einsamkeit ist fast zwangsläufig, insbesondere für ältere und alte Menschen.

Das Phänomen ist nicht auf Schweden und seine Natur begrenzt, Alterseinsamkeit ist ein Problem der modernen Welt. Schrulligkeiten und wundersame Marotten sind die Folge alltäglich gleicher Abläufe.
Die Nachbarn in Nordqvist Geschichten kommen selten vorbei, sind aber meist auch nur ein wunderlicher Reflex auf den Alten selbst. Auch sie haben ihre Gewohnheiten und Marotten. Mehr als ein kurzer Plausch beim Kaffee ist zeitlich – warum auch immer – nicht gegeben.

So Frau Andersson auf die Idee, Pettersson einen kleinen Kater zu schenken. Dieser „Enkelersatz“ wäre etwas, um den sich der Alte aktiv kümmern muss. Und Findus – nach einer Kiste für junge Erbsen genannt, in der er transportiert wurde – kann sprechen. Kinder können daher auch verstehen, was in beiden Hauptfiguren vorgeht. Durch das Katerchen überwindet Pettersson endlich seine Einsamkeit und seine freudlosen Gewohnheiten, da er alles dem jungen und wissbierigen Kater zeigen und erklären muss: Für ihn ist schließlich
alles neu: Weihnachten, Geburtstage, Pfannkuchentorten, usw. . Pettersson wird gebraucht und findet einen Ausweg aus seiner Tristesse.

Seine Hühnermädchen können zwar auch sprechen, interessieren sich allerdings nur für ihr Überleben, das sie als gesichert ansehen, sobald Pettersson ihnen Futter gibt und sie vor Füchsen in Sicherheit bringt.
Sven Nordqvist lässt offen, seit wann Pettersson die Hühnermädchen sprechen hört. Man gewinnt jedoch den Eindruck, dass es eine längere Zeit schon so ist. Jedenfalls wundert es ihn nicht, dass er auch mit dem Katerchen reden kann. Nordqvists Kniff besteht darin, dass nur Pettersson und die Kinder die Tiere reden hören können, nicht aber die Nachbarn. Das bringt das Publikum und die Hauptfiguren einander näher.